default logo

Tjark Färber

Shari‘a-Gerichte in westlichen Demokratien: Ausdruck von Toleranz oder ein Irrweg? Ist die Koexistenz zweier Rechtsstrukturen in liberalen Verfassungsstaaten legitimierbar? Eine Untersuchung zur weltanschaulichen Neutralität liberaler Verfassungsstaaten – Am Beispiel von Deutschland, Großbritannien und Kanada.

Menschen muslimischen Glaubens bilden in vielen Ländern der westlichen Welt die zahlenstärkste Migrantengruppe. Ein Teil dieser Gruppe strebt danach, ihr Leben nach den Regelungen des Islamischen Rechts/der Shari’a zu gestalten. Dies gilt auch in mehrheitlich nicht-muslimischen Ländern. – Ob und in wieweit dem Bestreben der muslimischen Migranten seitens westlicher, liberaler Rechtsstaaten entsprochen werden kann und welche Probleme sich aus diesem Bestreben für die westlichen Rechtsstaaten ergeben, steht dadurch freilich in Frage. Dieses Promotionsvorhaben widmet sich dieser komplexen Fragestellung; dabei wird aus Gründen der Übersichtlichkeit der Blick auf drei Staaten: Deutschland, Großbritannien und Kanada, fokussiert und dabei exemplarisch der Bereich des Personenstandsrechts innerhalb des Bürgerlichen Rechts untersucht. Diese Untersuchung wird anhand von qualitativen Interviews erarbeitet. Die Arbeit reflektiert dabei auf Probleme der Vereinbarkeit zweier parallel existierender Rechtssysteme, deren Unterschied nicht zuletzt darauf zurückgeht, dass das eine der beiden explizit auf religiöse Erfahrungen fundierte Begründungsstrategien gelten lässt.

Stipendiat des Graduiertenkollegs “Migration” der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.