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Tanja Tretter

Biliteralität im Spannungsfeld von individueller Persönlichkeitsbildung und institutioneller Sprachförderpolitik

Identitätskonstruktion durch den Faktor Sprache eröffnet ein multidimensionales Spannungsfeld zwischen Individuum und Institution, aus dem sich sowohl Fragen nach der Bedeutung der offiziellen Umgebungssprache und der Erst- oder Herkunftssprache für die Persönlichkeitsbildung und Integration als auch den Umgang eines politischen Systems mit der sprachlichen und kulturellen Pluralität seiner Bürger ergeben.
Der Raum, den Individuen ihren Sprachen geben bzw. die Räume, die die Gesellschaft den Individuen für ihre verschiedenen Sprachen lässt, sind entscheidend für den Zugang zum eigenen kulturellen Erbe, die Identitätskonstruktion und damit für die Bereitschaft von MigrantInnen, sich den Ansprüchen einer neuen Sprach- und Kulturgemeinschaft zu öffnen. Ziel dieses Projektes ist es, zunächst die Bedeutung der Biliteralität für die Persönlichkeitsentwicklung mehrsprachiger Individuen in der Phase der Adoleszenz zu erforschen. Zum anderen soll die institutionelle Sprachförderpolitik vor dem Hintergrund der Debatte zwischen Multikulturalismus und Liberalismus im politiktheoretischen Bereich bzw. sprachuniversalistischer und sprachrelativistischer Positionen innerhalb der Linguistik verortet werden.

Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Persönlichkeitsbildung im Spannungsfeld von Individuum und Institution“ der KU Eichstätt-Ingolstadt.