default logo

Regina Retter

Redefreiheit und Demokratie: ein Beitrag zur Blasphemie-Debatte

Durch die zunehmende kulturelle und religiöse Vielfalt unserer „postsäkularen Gesellschaften“ (Habermas) gewinnt das Problem der Blasphemie, also religiöse Tabus brechender Rede, neue Bedeutung. Die immer wieder aufflammenden Diskussionen um Blasphemieverbote zeigen, dass das Recht auf Meinungsfreiheit mit dem Wunsch religiöser Gemeinschaften nach mehr Schutz für das ihnen Heilige kollidiert.

Der Frage, wie eine liberale Demokratie auf dieses Phänomen reagieren sollte, geht das Dissertationsprojekt nach. Im Zentrum der Untersuchung steht der so oft zitierte Zusammenhang von Redefreiheit und Demokratie, dessen genaue Artikulation – so die These der Arbeit – letztlich ausschlaggebend für den Umgang mit religiös anstößigen Äußerungen sein muss. Die Arbeit untersucht anhand verschiedener Redefreiheitstheorien, wie sich Unterschiede im Demokratieverständnis auf die Blasphemiefrage auswirken. Im besonderen Fokus steht hierbei der Vergleich von Ansätzen aus dem US-amerikanischen Liberalismus mit deliberativen Theorien im Anschluss an Jürgen Habermas.

 

Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politische Theorie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt