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Patrick Reindl

Corporate Responsibility in Brasilien

Bei dem Dissertationsprojekt mit dem o.g. Titel soll das Thema Corporate Responsibility (CR) aus zweierlei Perspektiven beleuchtet werden: Zum einen aus einer aktuellen Perspektive, um dann, in einem nächsten Schritt einen Bezug zu einem „Vorreiter“ des Themas herzustellen: Ernst F. Schumacher. Im Speziellen geht es um sein bekanntes Werk „Small is Beautiful“, in welchem er, für die Zeit in welcher das Buch geschrieben wurde: 1973, recht eindrucksvoll darstellt, welche Auswirkungen die fortschreitende Industrialisierung auf die Umwelt und auch auf menschliche Ressourcen hat. In diesem Projekt soll der Fokus überwiegend auf die Umwelt beschränkt werden.

Um einen Bezug auf seine Theorien herzustellen, werden einige gängige, zeitgenössische CR-Theorien beleuchtet. Hier bietet sich eine recht große Auswahl an Ansätzen, die meisten hiervon beschreiben jedoch eben jenes Dilemma, in welchem sich beinahe jede Firma befindet: Wie maximiere ich meinen Gewinn (wohl die erste Prämisse einer Unternehmung) und verhalte mich dabei gleichzeitig verantwortungsvoll meinem Umfeld und der Umwelt gegenüber? In diesem Kapitel des Projektes soll auch untersucht werden, aus welchen Motivationen heraus Firmen die Notwendigkeit zum Thema herstellen. Ein recht geläufiger Ansatz verfolgt eine dreifaltige Gesamtbetrachtung: 1. Die Ziele von CSR (Corporate Social Responsibility) im Hinblick auf soziale Verantwortung für das Umfeld, inklusive der Verantwortung Gewinn zu erwirtschaften; 2. Den Ansatz der „Triple-Bottom-Line“, bei welchem sich drei geläufige Maxime des nachhaltigen Wirtschaftens, nämlich Wachstum, soziale Aspekte, sowie Umweltschutz so überschneiden, dass diese in der Gesamtheit nachhaltig und somit zukunftsfähig sind. Als dritten Ansatz wird die sogenannte „Stakeholder Theory“ beleuchtet, welche beiden Gruppen (internen Akteuren, direkt der Unternehmung zuzuordnen sowie externe Interessengruppen, wie beispielsweise Kunden, die Regierung, Lieferanten und mehr) versucht gerecht zu werden, indem er die Interessen aller so vereint, dass diese nachhaltig erscheinen. Durch ein proportional schnelleres Wirtschaftswachstum in Brasilien (Schwellenland) gibt es dort veränderte Anforderungen: Erhöhte Umweltverschmutzung sowie eine schnelle Änderung von Strukturen sind Beispiele.

Zusammenfassend: Das vorliegende Dissertations-Projekt enthält als theoretische Basis einige grundsätzliche Ansätze zum Thema Corporate Responsibility, welche durch die Theorien von E.F. Schumacher unterstrichen werden und die Wichtigkeit des Themas hervorheben, weil es kein neues Thema ist, sondern aus einer Motiviation heraus begründet wird, die seit jeher die

Menschheit bewegt: „Suum esse conservare“ (Baruch de Spinoza). Empirisch wird das Thema belegt durch drei Case Studies, welche allesamt in Brasilien erarbeitet wurden und eine Umfrage, in der über 150 Firmen direkt befragt wurden.

Externer Doktorand am Lehrstuhl für Politische Philosophie und Ideengeschichte an der Universität Regensburg