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Kathrin Morgenstern

Sprecherin der Promovenden von Mai 2011 bis Januar 2014

Einer wird immer bleiben, um die Geschichte zu erzählen.
Freiheit und Narration in der politischen Philosophie Hannah Arendts.

Im Einklang mit ihrer Forderung nach Pluralität zeichnet sich Hannah Arendts Gesamtwerk durch eine enorme Vielschichtigkeit aus. Demgegenüber findet sich in der Literatur häufig eine Lesart, die das gesamte Denken auf die Perspektive eines einzigen Werks verkürzt. Um Arendts Anspruch ernst zu nehmen, nimmt das Dissertationsprojekt ihr Gesamtwerk zum Gegenstand.
Um darin konstante Entwicklungslinien aufzuzeigen, wird eine Werkerschließung versucht, die vom Zusammenhang von Freiheit und Narration ausgeht. Diese beiden Begriffe stellen wichtige Konstanten in Arendts Werk dar: als inhaltliche Quintessenz und als Grundlage des methodischen Vorgehens.
In diesem Ansatz lassen sich auch Politik und Philosophie einander annähern. Beide verbinden sich mit einem spezifischen Begriff von Freiheit und von Narration. Anders als in Arendts eigenem resignativem Verständnis verliert die „Politische Philosophie“ so den Makel, das Unvereinbare vereinen zu wollen. Es ist also möglich, hier „mit Arendt gegen Arendt“ (Seyla Benhabib) zu denken: Politische Philosophie ist keine Quadratur des Kreises, sondern bietet eine vielversprechende Sichtweise auf aktuelle Fragen.

Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politische Philosophie und Ideengeschichte der Universität Regensburg.