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Anna Tomashek

Revolutionsethik

Ausgangspunkt des Dissertationsprojektes ist das Phänomen politischer Revolution im 21. Jahrhundert. Ereignisse wie der Arabische Frühling, Occupy oder Euromaidan erhalten große öffentliche und mediale Aufmerksamkeit, zugleich herrscht eine starke Verunsicherung bezüglich ihrer ethischen Bewertung. Das kommt beispielsweise in der Spannbreite der verwendeten Etiketten zum Ausdruck, die von Revolution über Rebellion bis Putsch reicht, obwohl ein und dasselbe Ereignis gemeint ist. Im Dissertationsprojekt wird von der Annahme ausgegangen, dass Revolutionen auch im 21. Jahrhundert eine wichtige politische Kategorie darstellen (werden). Eine bedeutende Gemeinsamkeit aller Revolutionen besteht darin, dass sie ex definitione illegal sind. Um ein revolutionäres Ereignis einzuschätzen, rückt daher die Frage nach der Legitimität in den Vordergrund. „Unter welchen Bedingungen ist eine Revolution legitim?“ stellt sodann auch die Leitfrage des Projektes dar. Es gibt gute Gründe, die eine Revolution rechtfertigen, so die These. Zu beachten bleibt jedoch, dass jede Revolution ein komplexes Unikat darstellt und in der Realität des 21. Jahrhunderts womöglich nie widerspruchsfrei als legitim bezeichnet werden kann.

Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Politische Theorie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt