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Alexander Necker

Das Humangenom als globales öffentliches Gut
 

Durch die zunehmende Bedeutung der Gentechnologie wächst die Relevanz von Körpersubstanzen und darin inkorporierte genetische Materialien wie Informationen als „Ressource“ des biotechnologischen Fortschritts. Im Zentrum der politischen Herausforderung steht dabei die Frage, in welchem Modus ein vernünftiger Umgang mit abgetrennten Körpersubstanzen und den darin inkorporierten genetischen Materialien wie Information gefunden werden kann. Die derzeitige Praxis von Eigentumsverhältnissen am menschlichen Körper und dem Humangenom ist theoretisch inkonsistent und politisch höchst problematisch. Das Forschungsinteresse des Dissertationsprojekts besteht mithin darin, ein Verständnis des menschlichen Körpers im Allgemeinen und des Humangenoms im Besonderen als (Globales) Öffentliches Gut (G)ÖG)) zu plausibilisieren. Dazu soll ein Modell konstruiert werden, mit dem es möglich ist, die Probleme von Eigentumsverhältnissen am menschlichen Körper zu überwinden und mit dem erklärt werden kann, wie die Nutzung der Gentechnologie im Allgemeininteresse mit dem Schutz der Menschenrechte unter den Bedingungen des liberalen Verfassungsstaates vereinbar ist. Das Projekt soll einen politischenBeitrag für den dringenden Bedarf an Orientierungswissen in der Biomedizin leisten, der im bioethisch dominierten Diskurs stark unterrepräsentiert ist.